Im Juli dieses Jahres unternahmen die 9. Klassen des Schulverbundes am Deutenberg gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Höfle, Herrn Weber und Herrn Nordt eine eindrucksvolle und tief bewegende Exkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass. Der Besuch war Teil des Geschichtsunterrichts und diente dazu, das Thema Nationalsozialismus und Holocaust nicht nur theoretisch, sondern auch emotional und anschaulich erfahrbar zu machen.
Ein Ort des Schreckens – und der Erinnerung
Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof liegt in den Vogesen in Frankreich und war das einzige KZ auf heute französischem Boden. Es wurde 1941 von den Nationalsozialisten errichtet und diente in erster Linie zur Internierung politischer Gefangener, Widerstandskämpfer, Juden, Roma und anderer verfolgter Gruppen. In den Jahren seines Bestehens verloren dort tausende Menschen durch Zwangsarbeit, Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und Hinrichtungen ihr Leben.
Für viele Schülerinnen und Schüler war die Exkursion der erste direkte Kontakt mit einem authentischen Ort nationalsozialistischer Verbrechen. „Es war bedrückend, durch die Baracken zu gehen und sich vorzustellen, wie die Menschen hier gelebt und gelitten haben“, sagte eine Schülerin im Anschluss. Vor Ort vermittelten die Lehrkräfte ihren Klassen auf einfühlsame Weise die Geschichte des Lagers, das Schicksal der Häftlinge sowie die Bedeutung der Erinnerungskultur.
Reflexion und Nachbereitung
Zurück an der Schule wurde der Besuch intensiv nachbereitet. In Gruppenarbeiten, Diskussionen und persönlichen Reflexionen setzten sich die Lernenden mit ihren Eindrücken auseinander. Viele zeigten sich tief bewegt vom Erlebten und äußerten den Wunsch, dass solche Erinnerungsorte niemals in Vergessenheit geraten dürfen.
„Man liest im Geschichtsbuch über Konzentrationslager, aber erst wenn man selbst dort war, versteht man wirklich, wie schlimm es war“, fasste ein Schüler seine Eindrücke zusammen.
Ein Appell an die Zukunft
Der Besuch des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof war für die 9. Klassen des Schulverbundes am Deutenberg eine prägende Erfahrung. Er machte deutlich, wie wichtig das Erinnern an die Vergangenheit ist, um Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft zu übernehmen. Gerade in einer Zeit, in der antidemokratische Tendenzen und Ausgrenzung wieder zunehmen, setzen solche Exkursionen ein wichtiges Zeichen: Gegen das Vergessen – für Menschlichkeit und Toleranz.
